Um die reine Erscheinung vor sich zu haben, muss man eine „phänomenologische Reduktion“ unternehmen, durch welche die Bezugnahme auf äußere Dinge ausgeklammert wird. [1] Selbstverständlich ist [...] dass alle durch wertende und praktische Bewußtseinsfunktionen sich konstituierenden individuellen Gegenständlichkeiten ausgeschaltet sind, alle Arten Kulturgebilde, Werke der technischen und schönen Künste, der Wissenschaften, ästhetische und praktische Werte jeder Gestalt. Desgleichen natürlich auch Wirklichkeiten der Art, wie Staat, Sitte, Recht, Religion. [2] Diese Wissenschaft der Ursprünge [3] ermöglicht, indem sie eine apriorische Denkweise verlangt, ein Erkennen des Gegenstandes in seiner ursprünglichen, seiner reinen Form, frei von Vorurteilen, Klischees, gesellschaftlichen Vorgaben und Ähnlichem.

[1] Vgl. Scruton, Roger: Die kontinentaleuropäische Philosophie von Fichte bis Sartre, in: Anthony Kenny (Hg.): Illustrierte Geschichte der westlichen Philosophie, Frankfurt/New York: Campus, 1995. S. 244.
[2] Husserl, Edmund: Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie, in: Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung 1, Halle a. d. S.: Max Niemeyer, 1913. S. 108.
[3] Vgl. Husserl, Edmund: Ebd.